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Innovative Stoffe bei Sport- und Arbeitskleidung

In Sportkleidung steckt jede Menge Wissenschaft. Neue Materialien machen Sportler noch leistungsfähiger. Wie die Arbeitskleidung von den Innovationen aus dem Sportbereich profitiert, beantworten zwei Mewa-Experten.

Torlinientechnik in der Bundesliga, Biohacking für individuelle Ernährungspläne, KI und Algorithmen zum Erreichen neuer Bestleistungen: Im Sport steckt heute allerhand Technologie und Wissenschaft. Das betrifft bei Weitem nicht nur den Profisport: Auch Hobbykicker und Freizeitläufer lassen sich beim Training von ausgefeilter Technologie unterstützen.

Dabei kommen nicht nur Smartwatches oder Tracking-Apps zum Einsatz. Auch in der Kleidung steckt bereits jede Menge Know-how. Was wir beim Sport auf der Haut tragen, wird seit Jahrzehnten an steigende Anforderungen angepasst – und damit stetig besser. Davon profitieren nicht nur Sportlerinnen und Sportler, sondern auch Mitarbeitende in Handwerk und Industrie. Denn bei der Entwicklung von Arbeitskleidung wirft man auch gerne einmal einen Blick über den Tellerrand – und in den Sportbereich. So steckt im Arbeitshemd von heute viel Innovation, die eigentlich für Sportlerinnen und Sportler gedacht war.

Ein Outfit, viele Funktionen: Was Sportkleidung heute kann

Von klobigen Matrosenanzügen aus Baumwolle zu dünnen Badeanzügen aus elastischen Stoffen, die man beim Schwimmen kaum noch spürt, von schweren Laufschuhen zu ultraleichten Sneakers: Im Bereich Sportswear hat sich in den letzten 100 Jahren einiges verändert. „Besonders bei den verwendeten Materialien hat es eine enorme Entwicklung gegeben“, sagt Mark Weber, Leiter der Produktentwicklung bei Mewa. „Synthetische Materialien haben mittlerweile ganz klar die Nase vorn – und das zu Recht.“

Polyester, Polyamid und Co. haben große Vorteile gegenüber Naturfasern wie Baumwolle, die für den Sportbereich nicht zu unterschätzen sind. Da ist zum Beispiel das wesentlich geringere Gewicht: Im Fußball sind aus einst schweren Baumwollhemden leichte Polyestertrikots geworden, die mehr Tragekomfort bieten. Noch dazu sind die synthetischen Fasern dehnbarer und garantieren so mehr Bewegungsfreiheit. „Durch neue Technologien wurden die Synthetikstoffe in den letzten Jahren angenehmer zu tragen“, sagt Ina Spork, Materialentwicklerin bei Mewa. „Das machen wir uns auch für die Entwicklung von Arbeitskleidung zunutze. So haben wir zum Beispiel für die PEAK-Kollektion elastische Fasern und Materialien ergänzend eingesetzt, um einen höheren Tragekomfort zu erzielen.“

Damit man weder übermäßig schwitzt noch auskühlt, ist es wichtig, dass die Trainingskleidung atmungsaktiv ist und bei Bedarf schnell trocknet. „Dazu werden heute spezielle Performancefasern eingesetzt“, erklärt Weber. Sie bestehen häufig aus einer Kombination aus Wolle und Synthetikfasern – zum Beispiel Merinowolle und Polyamid – oder aus einem Stoff, der alle Eigenschaften kombiniert, beispielsweise Lyocell. Ein Vorteil der Performancefasern: Sie sind leicht zu pflegen. So muss man die Kleidung nicht aufwendig reinigen lassen, sondern kann sie ganz einfach zu Hause waschen.

Sportkleidung von heute wird zur Workwear von morgen

Doch Funktion ist längst nicht mehr alles – auch der Look zählt. „Heute haben wir andere Gestaltungsmöglichkeiten als früher“, sagt Ina Spork. „Es gibt Sportkleidung mit diversen Prints, in verschiedensten Designs und Farben.“ Schon lange werden die Sachen deswegen nicht mehr nur zum Sport aus dem Schrank geholt, sondern auch in der privaten Freizeit getragen. Trikots waren zuletzt Trend in der Mode – genau wie Fußballschals und Funktionsschuhe.

Eine Entwicklung, die Spork mittlerweile auch im Bereich der Arbeitskleidung verfolgt: Von Carhartt bis Dickies – Workwear ist im Mainstream angekommen. „Die Kleidung soll nicht mehr nur ihre spezifische Funktion erfüllen, sondern auch alltagstauglich und individuell sein – sowohl im Bereich Work- als auch Sportswear“, sagt die Materialentwicklerin. Zwischen den beiden Bereichen gibt es laut ihr noch andere Parallelen: „Zum Beispiel steht der Tragekomfort bei beiden ganz klar an erster Stelle.“

Darum schauen sich Produktentwickler von Sports- und Workwear immer wieder etwas voneinander ab. So haben es einige Innovationen aus dem Bereich der Sportkleidung in die Berufsbekleidung geschafft: Elastische und atmungsaktive Materialien findet man heute auf Baustellen und in Industriehallen, wo sie für uneingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und ein gutes „Arbeitsklima“ sorgen. Und auch kleine konstruktive Details im Design werden übernommen, zum Beispiel der bequeme Halslochausschnitt eines Shirts oder die funktionale Form einer Kapuze.

Arbeitskleidung: Sicherheit geht vor Stil

„Aber selbst wenn es viele Gemeinsamkeiten zwischen Work- und Sportswear gibt: Man kann nicht einfach alles so übernehmen“, sagt Weber. Das industrielle Waschen und Trocknen von atmungsaktiven Materialien, ohne den Schutz und die Sicherheit der Arbeitskleidung zu gefährden, sei beispielsweise eine Herausforderung für textile Dienstleister. Die Sportmaterialien seien gewissen Temperaturen nicht gewachsen. „Bei unserer Berufskleidung steht außerdem Langlebigkeit an erster Stelle – trotz der starken mechanischen Beanspruchungen im Arbeitsalltag. Das kann Sportkleidung, die eher im Segment ‚Fast Fashion‘ zu sehen ist, nicht erfüllen“, so Weber.

Deswegen verlassen sich Produktentwickler von Arbeitskleidung nicht nur auf Innovationen aus anderen Bereichen, sondern besuchen spezielle Messen für Berufskleidung und informieren sich breit gefächert darüber hinaus – denn bei Workwear gilt immer noch: Sicherheit geht vor Style.


Nicht nur im Bereich Work- und Sportswear sind intelligente Materialen ein Muss, sondern auch in der Baubranche. Lesen Sie in diesem spannenden Blogbeitrag, wie die Baumaterialien der Zukunft aussehen.

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