Hygiene am Arbeitsplatz: Die wichtigsten Regeln im Überblick – mit Checkliste

Seit der Pandemie gelten im privaten Bereich neue Hygieneregeln. Wie wichtig Sauberkeit ist, weiß man in den meisten Branchen jedoch schon lange, denn die strengen Vorschriften können Leben retten. Ein Blick auf den Status quo.

Über die Jahrhunderte haben sich hierzulande nicht nur die Vorstellungen von Hygiene gewandelt, sondern auch die Möglichkeiten, diese umzusetzen. Kaum vorstellbar, dass im Jahr 1963 nur jeder dritte Haushalt ein eigenes Badezimmer hatte. Oder dass man um 1780 noch dachte, zweimal im Leben zu baden würde völlig ausreichen. Inzwischen verfügen fast 100 Prozent der 42,5 Millionen Wohnungen in Deutschland über ein eigenes Bad, und die Dusche wird in vielen Fällen täglich genutzt. Und nicht nur im privaten Bereich hat sich eine Hygienekultur entwickelt: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts sind auch immer wieder neue Regeln entwickelt worden, die der Verbreitung von Keimen, Bakterien und Viren am Arbeitsplatz den Kampf ansagen.

Nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch strenge und umfangreiche Hygienegesetze und -normen regeln heutzutage die Standards. Und das ist auch gut so. Gerade aktuell sind so viele Branchen auf die Umsetzung der Hygieneregeln angewiesen wie nie zuvor. Das gilt für Handwerkerinnen und Handwerker wie Installateure oder Schreiner genauso wie in der Gesundheitsbranche und in der Industrie: Hier können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Pandemie nicht einfach ins Homeoffice umziehen. Und genau deshalb sind strenge Hygieneregeln nötig, denn Gesundheit sollte immer höchste Priorität haben.

Händewaschen? In vielen Branchen nichts Neues

Die Corona-Pandemie hat das Bewusstsein für Hygiene im Privaten und am Arbeitsplatz auf ein neues Level gehoben. Hygienepläne sind heute Pflicht. „Ich habe das in meinem Freundeskreis beobachtet: Früher hat sich da kaum einer die Hände gewaschen, wenn er von draußen kam“, berichtet Ronny. „Für mich war das immer etwas befremdlich. Jetzt ist das zum Glück anders.“ Für den Hotelfachmann sind Hygienevorschriften nichts Neues, schon während der Ausbildung habe man ihm eingebläut, wie wichtig Händewaschen und saubere Berufskleidung sind. „Händewaschen war bei uns Teil der Ausbildung. Ich musste mich während der Pandemie nicht erst an die AHA-Regeln gewöhnen, während das für viele eine Umstellung war“, so der 27-Jährige.

Hygiene am Arbeitsplatz

Sonntagsputz und fertig? Zu Hause kann man durch kleine Rituale und Verhaltensweisen schnell für Sauberkeit sorgen, doch am Arbeitsplatz gelten oft strengere Regeln. Sie sollen in erster Linie die Übertragung von Keimen und Krankheiten unterbinden, ob in Kitas und Küchen, Laboren oder Praxen. Dabei variieren die Anforderungen: Zum Beispiel sind für Personen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen oder im Gesundheitswesen arbeiten, regelmäßige Hygieneschulungen Pflicht.

Was vielen aber nicht bewusst ist: Auch bei einem Bürojob ist mangelnde Hygiene ein No-Go! Ein aufgeräumter Schreibtisch und eine saubere Kaffeeküche sind genauso wichtig wie regelmäßiges Händewaschen. Denn für Keime sind feuchte Spülschwämme und abgelaufene Lebensmittel im Kühlschrank das Paradies. Auf 97 Prozent der Tastaturen konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Kontamination nachweisen.

Besondere „Kleiderordnung“

Während für die meisten Bürojobs keine Kleiderordnung gilt, haben hygienisch sensible Branchen besondere Anforderungen an ihre Berufsbekleidung. Die Leiterin einer Pflegeeinrichtung aus Bonn erklärt: „Die Berufskleidung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss eine definierte mikrobiologische Qualität aufweisen. Das Waschen in der eigenen Waschmaschine stellt die hygienischen Anforderungen nicht sicher. Bestimmte Keime werden nur abgetötet, wenn die Kleidung bei über 90 Grad gewaschen wird beziehungsweise ein chemisch-thermisches Waschverfahren zum Einsatz kommt.“ Durch richtiges Waschen können viele Betriebe so beispielsweise Krankenhausinfektionen oder Kreuzkontaminationen – also eine ungewollte Übertragung von Keimen auf Gegenstände und von diesen wieder auf den Menschen ‒  verhindern.

Kleine hygienische Rituale und Standards sorgen also dafür, dass wir alle gesund bleiben und am Ende sogar Leben retten. Und das nicht nur in Zeiten einer Pandemie. Gut, dass wir hierzulande ‒ danke hoher Badezimmerdichte ‒ jederzeit die Möglichkeit haben, sie umzusetzen.

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