16. Mai 2022

MEWA Corporate Blog

Craftfluencer: Handwerk mit Reichweite

Youtube, Facebook, Instagram – Social Media ist heute für viele im Handwerk zum essenziellen Marketing-Tool geworden. Und für manche ist es gar ein zweites Standbein. Über Influencer mit Know-how und Kneifzangen.

Heute gibt es für alles Influencerinnen und Influencer: Musikfluencer, Sinnfluencer, Foodfluencer. Kein Wunder, dass der Trend auch vor dem Handwerk nicht haltmacht, immer mehr Betriebe werden zu „Craftfluencern“ – wenn man beim Schema der Namensweiterentwicklung bleiben will.

Craftfluencer werden mehr

Und wo machen Erklärvideos und Einblicke mehr Sinn als im Handwerk? Stundenlang auf Youtube zu hängen – wenn es um die wichtigen Fragen des Alltags oder sogar im Job geht, ist das mehr als okay. Wie streiche ich mein Zimmer richtig? Wie kommt die alte Tapete am besten von der Wand? Und wie werden alte Dielen wieder zu Hinguckern? Auch unter Profis holt man sich hier Tipps: Was sind die besten neuen Werkzeuge? Welche Trends und Techniken sind aktuell spannend?

Solche Fragen beantwortet mittlerweile eine Reihe von Profis vom Fach in Youtube- oder Tiktok-Videos und Instagram-Posts. Selbst von Nischenhandwerk wie Kürschnern finden sich online Vertreter. Wir stellen ein paar der wirklich vielen Accounts vor.

Klempnerin mit Modelkarriere

Sandra Hunke (@sandra_hunke) könnte ihr Geld mittlerweile wohl auch einfach mit Werbung auf ihrem Kanal verdienen. Die 29-jährige Klempnerin hat auf Instagram über 98.000 Fans und gehört mit zu den bekanntesten Handwerkerinnen des Landes. Sicher auch, weil sie nicht nur an Rohren schraubt, sondern außerdem modelt. Doch trotz anderer Einkommensmöglichkeiten macht sie ihren Job mit Herzblut: „Handwerk hat goldenen Boden“, findet sie.

Auf Fragen wie „Warum arbeitest du auf dem Bau? Mach doch Rabattcodes!“, reagiert sie auf ihrem Kanal sauer. „Bald gibt es keine Handwerker mehr, und dann merken wir alle: Es gibt echt Wichtigeres als Rabattcodes.“ Es müsse auch Menschen geben, die sich gerne die Hände schmutzig machen – wie sie. Auf Instagram teilt sie unterdessen Bilder aus ihrem Arbeitsalltag und Tipps rund um Heizung und Sanitär. Zum Beispiel, dass man nie normales Wasser in Heizungen nachspeisen sollte nach der Sommerpause, sondern vollentsalztes.

Dachdecker mit Humor

Über 180.000 Follower auf Tiktok sind eine Ansage. Dabei ist Tiktok für „Dach Pro“ Selim Fritz aus Troisdorf noch vergleichsweise neu, angefangen hat alles mit Youtube. „Ich habe während meiner Lehre auf Youtube nach hilfreichen Videos zum Thema Dachdecker gesucht, aber nie was gefunden“, erzählt der 34-Jährige in einem Interview mit dem „Handwerksblatt“. Als er dann seinen Meister in der Tasche hatte, habe er einen eigenen Kanal auf Youtube gestartet. Das war 2017.

Heute sind da noch Instagram und Tiktok, außerdem ein eigener Shop, in dem man „Dach Pro“-Merch und Werkzeug kaufen kann. Neben praxisbezogenen Videos gibt es von Fritz und seinen Kollegen jede Menge Content zum Lachen. Damit sollen auch die jungen Menschen unterhalten werden. Und mittlerweile haben die Kanäle auch noch einen anderen schönen Nebeneffekt: Über fehlende Bewerbungen für Ausbildungsplätze kann man in Troisdorf nicht klagen.

Anlagenmechanikerin mit Meistertitel

Madita Brauer berichtet auf ihrem Instagram-Kanal @frauimhandwerk über den Alltag als Anlagenmechanikerin. Knapp 13.000 Fans verfolgen dort, wie sie Rohre verlegt, Anlagen zusammensetzt und Wände aufbricht. Ihr eigentliches Ziel auf Social Media: junge Menschen vom Handwerk begeistern. Schließlich wurde sie selbst 2018 zur „MyHammer Azubi des Jahres“ gewählt.

Seit diesem Sommer hat die „Frau im Handwerk“ auch einen Meistertitel. Und wer die vielen Kommentare unter ihren Beiträgen liest, sieht schnell, dass sie das Ziel, zu begeistern, bei vielen erreicht hat.

Malermeister mit Millionenpublikum

Andreas Neufeld alias „Der Wandprofi“ ist Malermeister aus Leidenschaft. So jedenfalls schreibt er es in seiner Kanalinfo bei Youtube, wo ihm über 68.000 Menschen folgen. Sein erfolgreichstes Video haben 14 Millionen Menschen gesehen: ein Zimmer streichen in 6:35 Minuten. Wobei er streng genommen sprüht, nicht streicht. 

Neufeld hat nicht nur einen Youtube-Kanal, sondern auch einen Onlineshop für Farben. Trotzdem streicht und sprüht er fleißig weiter, wie man in seinen Instagram-Storys sehen kann. Beruf kommt eben von Berufung.

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