2. Juli 2022

MEWA Corporate Blog

Wirtschaften mit Weitblick: Das Drei-Säulen-Modell

Umweltschutz und Ressourcenschonung sind ein guter Anfang, aber noch nicht alles. Wer nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sucht, sollte auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit achten – für eine dauerhaft positive zukünftige Entwicklung.

Auch 2021 macht der Nachhaltigkeitstrend der letzten Jahre keinen Halt: recycelte Kleidung in den Schaufenstern populärer Fashion Labels oder wiederverwendbare Alltagsgegenstände wie Edelstahlstrohhalme in Supermarktregalen – nachhaltige Produkte sind gefragter denn je. Doch auch die Arbeitsabläufe und -strukturen von Unternehmen rücken beim Thema Nachhaltigkeit zunehmend in den Fokus. Und damit die Frage: Wie erkennt man eigentlich einen nachhaltig wirtschaftenden Partner?

Langfristig denken – auf allen Ebenen: Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit

So viel ist sicher: Es reicht nicht allein, auf qualitativ hochwertige und umweltfreundliche Produkte zu setzen. Wer nachhaltig wirtschaften möchte, orientiert sich heute meistens an den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, auch Drei-Säulen-Modell genannt. Es entstand in den 1990er Jahren und dient nicht nur Unternehmen als Vorbild, sondern auch ganzen Staaten. Um diese drei Säulen geht es:

1. Ökologische Nachhaltigkeit

Nachhaltig ist eine Entwicklung dann, wenn sie zukunftsfähig ist und dauerhaft bestehen kann. Ökologisch gesehen bedeutet das, auf regenerative Rohstoffe und Energieformen zurückzugreifen. Die Natur sollte nur in einem Maße beansprucht werden, in dem sie sich auch wieder regenerieren kann; mit begrenzten Ressourcen sollte bewusst umgegangen werden.

2. Ökonomische Nachhaltigkeit

Eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung beruht auf ausgewogenem Handeln in einem Rahmen, der langfristig – auch von kommenden Generationen – aufrechterhalten werden kann.

3. Soziale Nachhaltigkeit

Sie ist mindestens genauso wichtig wie die beiden Vorgänger, bleibt oft jedoch unbedacht. Dieser Punkt umfasst die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, vor allem gegenüber ihren Arbeitnehmenden sowie den Kundinnen und Kunden. Heißt: faire Bezahlung der Mitarbeitenden und Lieferanten, keine unmenschlichen Arbeitszeiten oder Ausbeutung.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Wirtschaften mit Weitblick.

Von der Theorie zur Praxis: Nachhaltige Unternehmen erkennen

Theoretisch simpel, praktisch etwas herausfordernder: Wie identifiziert man anhand dieser Komponenten nun einen nachhaltigen Partner am Markt? Ob ein Unternehmen ökologisch nachhaltig wirtschaftet, erkennt man wahrscheinlich am einfachsten an seinen Produkten und deren Herstellung: Sind die Produkte wiederverwendbar oder recycelbar, und vermeiden sie damit potenziellen Müll? Und nutzt das Unternehmen regenerative Rohstoffe und erneuerbare Energien zur Herstellung?

Auch die Lieferung der Waren spielt eine Rolle: per Flugzeug quer über den gesamten Kontinent oder mit dem Lkw aus der Nachbarstadt – ein kurzer Lieferweg und die Wahl des Lieferfahrzeugs machen einen entscheidenden Unterschied bei der Klimabelastung. So verursacht laut Verbraucherzentrale der Transport mit einem Lkw etwa 15 Mal weniger Emissionen als der mit dem Flugzeug.

Ökologische Nachhaltigkeit liegt nahe – aber Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gehen nicht Hand in Hand? Weit gefehlt! Versucht ein Unternehmen, Abfälle auf ein Minimum zu reduzieren, indem es auf Wiederaufbereitung, Reparatur oder Recycling von Produkten setzt, betreibt es eine Kreislaufwirtschaft. Diese ist nicht nur ressourcenschonend und schützt damit Mensch und Umwelt, sondern fördert laut dem Europäischen Parlament auch ökonomisches Wachstum, Beschäftigung und langfristige Kosteneinsparungen. So ist Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch und gesellschaftlich sinnvoll, sondern auch ein Indiz für einen ökonomisch nachhaltigen Partner. Ist das Unternehmen dazu über längere Zeit bereits stabil am Markt etabliert und organisch gewachsen – das heißt: ohne Zukäufe –, kann man ebenfalls von wirtschaftlicher Nachhaltigkeit sprechen.

Betrachtet man die gesellschaftliche Verantwortung, sind faire Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmende ein Muss. Mittlerweile setzen dabei viele Unternehmen auf Transparenz und veröffentlichen interne Statistiken über Gehälter für Mitarbeitende, Produktionsschritte oder Preise – denn Offenheit schafft soziale Nachhaltigkeit. Aber auch das Engagement für soziale und regionale Projekte zeichnet einen nachhaltigen Partner und dessen verantwortungsvolles Handeln gegenüber der Gesellschaft aus.

Und so wird soziale Nachhaltigkeit ein immer größerer Faktor in der Ökonomie: Anstatt nur mit Blick auf Gewinnmaximierung zu wirtschaften, steht vermehrt auch das Gemeinwohl im Fokus – nachhaltig für Umwelt und Gesellschaft. Insgesamt sieht man: Ob ökologisch, ökonomisch oder sozial, nachhaltiges Wirtschaften hat viele Facetten. Und trotzdem – oder gerade deswegen ‒, ein Unternehmen, dass es wirklich ernst meint, kann man immer gut erkennen, ohne in den Untiefen der Website danach suchen zu müssen.

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