6. Dezember 2021

MEWA Corporate Blog

Nachhaltigkeit von nebenan: Regionale Dienstleistungen sind Trumpf

Wer auf regionale Dienstleister setzt, folgt nicht nur einem aktuellen Trend, sondern stößt zahlreiche positive Effekte an.

Krumme Gurken, deutsche Mangos und glückliche Ferkel – immer mehr Menschen wollen nachhaltig konsumieren und greifen zu regionalen Lebensmitteln. Solche Kaufentscheidungen schonen Ressourcen und stärken regionale Betriebe. Es wird dort verbraucht, wo produziert wurde. Ein Trend, dem auch Prominente wie Michelle Obama oder Til Schweiger folgen. Aber nachhaltiger Konsum ist nicht nur im Einzelhandel sinnvoll, sondern auch bei der Beauftragung regionaler Dienstleisterinnen und Dienstleister.

Regional auf jedem Gebiet

Egal ob Privatperson oder Unternehmen: Wer Wert auf verantwortungsvollen Konsum legt, kommt an Regionalität nicht vorbei. Doch was bedeutet „regional“ im Globalisierungszeitalter eigentlich? Im Jahr 1826 war die Definition noch einfach: Der deutsche Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler Johann Heinrich von Thünen erklärte für regional, was zu Fuß, per Pferdefuhrwerk und ohne Kühlung erreicht werden konnte. 200 Jahre später landen Waren nach tagelangen Reisen rund um den Globus immer noch taufrisch bei uns auf dem Tisch. Obst, Kleidung oder Datenpakete ‒ der Wettbewerb ist international geworden, viele Dienstleistungen werden ins Ausland verlagert.

Umso erfreulicher: Verbraucherinnen und Verbraucher setzen trotzdem vermehrt auf regionale Waren und Dienstleistungen. Aber aufgepasst! Wer zu Gemüse „aus der Region“ greift, kann sich nicht sicher sein, dass damit die eigene Region gemeint ist. Klingt absurd, oder? Laut Bundeszentrum für Ernährung (BzfE) sind die Bezeichnungen „aus der Region“ und „regional“ nicht geschützt, das heißt: Jeder Anbieter definiert seine Region selbst.

Topf und Deckel: Den richtigen Dienstleister finden

Während man die regionale Mango im Supermarkt also schwer erkennt, sieht man einer Dienstleistung ihre Regionalität schon an der Postleitzahl an. Auch der Kostenvoranschlag ist ein sicheres Indiz: Kurze Transport- und Anfahrtswege verringern nicht nur Emissionen, sie haben auch einen positiven Einfluss auf den Geldbeutel, denn jeder Kilometer weniger muss nicht bezahlt werden.

Noch ein Vorteil: Laut Statistik verbringen wir 45 Minuten jährlich in Warteschleifen am Telefon. Über die sprichwörtlichen „kurzen Dienstwege“ in regionalen Unternehmen ist die richtige Ansprechpartnerin deutlich schneller gefunden. Die Zusammenarbeit ist persönlich, individuell und professionell. Und wer zufrieden ist oder war, bucht gerne noch mal beim selben Maler oder Labor und empfiehlt das Unternehmen Freunden, Familie & Co. Empfehlungen findet man auch im Internet: Bewertungsportale geben Aufschluss über die Kundenzufriedenheit, die Internetseiten der Dienstleisterinnen und Dienstleister informieren über die Firmenphilosophie.

Mit gutem Beispiel voran: Regionale Dienstleister

netcup in Karlsruhe

Webhoster gibt es nur im Silicon Valley? Nein, auch im baden-württembergischen Karlsruhe stehen Server, auf denen man sich Speicherplatz für Websites kaufen kann. Der Internet-Serviceprovider netcup bietet Dienstleistungen rund um die Bereitstellung und Betreuung von Webhosting-Accounts, Domains und Servern. Da Server sehr viel Energie verbrauchen, setzt netcup auf 100 Prozent Ökostrom und speist das eigene Rechenzentrum mit Strom aus Wasserkraft. Bei den Servern setzen die deutschen Webhoster bewusst auf Komponenten mit Energiesparfunktion ‒ das senkt den Stromverbrauch und damit letztendlich die Kosten für Umwelt und Kundschaft.

Auch soziales Engagement wird bei netcup großgeschrieben. Das Unternehmen fördert gemeinnützige Vereine und Projekte mit seinen Produkten und Dienstleistungen. Das bedeutet: Gemeinnützige Organisationen können sich bei netcup vorstellen und bekommen, wenn es passt, zum Beispiel eine kostenlose Website. „Wir genießen die Sicherheiten und Vorzüge eines sozialen Staates und möchten diesen mit unseren Mitteln unterstützen“, heißt es zur Begründung.

Nahtwerk in Coesfeld

Noch relevanter für die Nachhaltigkeitsbilanz wird regionale Nähe, wenn die Dienstleistung nicht virtuell stattfindet, beispielsweise bei der Herstellung von Textilien. Dass diese für die Modebranche oft unter schlechten Bedingungen im Ausland produziert werden, ist kein Geheimnis. Ganz anders ist das bei der Industrienäherei Nahtwerk in Coesfeld im Münsterland, einem bedeutenden historischen Textilstandort in Deutschland. Schon im Hochmittelalter war das Weben von Textilien hier ein Nebenerwerbszweig der Bauern. Viele Jahrhunderte wurden hier Textilien produziert ‒ bis immer mehr Unternehmen die Produktion ins Ausland verlagert haben. Gerade in Zeiten der Pandemie haben jedoch viele Modemarken gemerkt, wie viele Vorteile die regionale Nähe und Produktion hat, wenn es drauf ankommt.

Seit 2016 bietet das Nahtwerk Modemarken eine lokale Alternative zu Produktionsländern wie Polen oder Portugal. Die Produkte werden unter fairen Arbeitsbedingungen und ressourcenschonend hergestellt. So will man in Coesfeld „einen gesellschaftlichen Beitrag im Hinblick auf eine ökologisch orientierte, nachhaltige und heimatverbundene Textilproduktion leisten“, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Mit Regionalität in die Zukunft

Regionalität ist nicht nur ein Trend, sie ist in vielen Sparten die Zukunft. Zu Textilien und Webhostings kommen diverse andere Bereiche, in denen man mit seiner Anbieterwahl tatsächlich Gutes bewirken kann. Ganz vorne mit dabei: das Handwerk. Esstische baut der lokale Schreiner, nicht nur Ikea. Kurze Wege, faire Bezahlung der Angestellten und die sprichwörtlich greifbare Nähe sind Vorteile, die den entscheidenden Unterschied machen ‒ fürs eigene Gewissen und für die Umwelt.

Wer auf regionale Dienstleister setzt, tut Gutes für die Umwelt!

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